Zahnimplantate stabilisieren
... und erhalten den Knochen
03.06.2006 | Quelle: NordseezeitungZahnimplantate sind eine natürliche und komfortable Alternative zum herkömmlichen Zahnersatz.
Früher hat man in jedem Fall nach Zahnverlust zur Wiederherstellung
der Kaufunktion z. B. eine Brücke eingegliedert. Bei dieser Maßnahme
mussten oftmals gesunde Nachbarzähne beschliffen werden. Heute kann man das
Abschleifen von gesunden Zähnen vermeiden und trotzdem eine volle Funktion
wiederherstellen, indem man für den verlorenen Zahn eine künstliche
Wurzel, ein Implantat, in den Knochen setzt. Die künstliche Wurzel, meist
aus Titan, ist dann nach einer Einheilzeit von drei Monaten in der Lage eine Krone
funktionsgerecht zu tragen. Auf diese Weise wirkt man dem Knochenverlust, der
durch fehlende Zähne hervorgerufen wird, entgegen.
Eine besondere Technologie besteht in der Sofortimplantologie. Zähne, die
z. B. gelockert oder zerstört sind, werden entfernt. In der gleichen Sitzung
ist es heute dank moderner Technologie möglich, das Implantat sofort nach
Extraktion des defekten Zahnes in die Wunde zu setzen. Auf diese Weise spart man
drei Monate Wartezeit.
Diese Technologie setzt allerdings voraus, dass im Operationsgebiet keine Entzündungen
bestehen. Diese Sofortimplantate werden genauso wie alle anderen Implantate nach
acht Wochen mit einer Krone bzw. Brücke versorgt und normal belastet. Auf
diese Weise spart man drei Monate, die man sonst nach dem Ziehen eines Zahnes
zur Ausheilung braucht.
Nicht nur einzelne Zähne kann man durch Implantate ersetzen, sondern Implantate
dienen auch zur Fixierung von herausnehmbarem Ersatz. Schlecht sitzende oder rutschende
Totalprothesen sind durch diese Methodik im Sitz zu vermeiden. Wenn jeder Biss
schmerzt, weil Zahnersatz schlecht sitzt oder unangenehm drückt, verzichten
Betroffene häufig auf eine ausgewogene Ernährung, aus Angst vor Schmerz
oder rutschenden Prothesen. Ein Teufelskreis beginnt: kauintensive Lebensmittel
wie Obst, Rohkost, Vollkornprodukte oder Fleisch verschwinden vom Speiseplan.
Für eine gute Durchblutung und Ernährung des Kieferknochens braucht
man jedoch eine natürliche Kaubelastung, das heißt, Kaukräfte
werden zum Strukturerhalt in den Kieferknochen über die Zähne eingeleitet.
Zahnimplantate ersetzen Zähne und übernehmen so diese Aufgabe. Fehlen
diese Kräfte, bildet sich der Knochen zurück und es droht u. U. noch
weiterer Zahnverlust. Häufig fallen Wangen und die betroffene Gesichtspartie
ein und beeinträchtigen damit das Aussehen. Außerdem wird die Aussprache
und die notwendige Zerkleinerung von Speisen erschwert.
Speziell ausgebildet in der Implantologie ist Dr. Klaus Petersen. Er trägt
den Titel "Master oI Science Implantologie". Dieser Titel setzt ein
Zusatzstudium an der Universität voraus, das fünf Semester dauert. Im
weiteren Umkreis ist Dr. Petersen der einzige Zahnarzt mit dieser Zusatzqualifikation.
Erst ca. 200 Zahnmediziner in ganz Deutschland haben diesen wissenschaftlichen
Grad erworben. Auch nach abgelegtem Examen besteht ein enger Kontakt zwischen
Universität und Absolventen. Somit ist eine unmittelbare wissenschaftliche
Qualitätssicherung auch nach Abschluss des Studiums möglich und gewünscht,
so Professor Dr. Gisbert Krekeler, Universität Freiburg.
Er selbst als wissenschaftlicher Leiter des Studienganges Implantologie sowie
auch die übrigen Dozenten, stehen für auftretende Fragen jederzeit zur
Verfügung. Das ist modernes wissenschaftliches Teamapproach und kommt der
Sache und damit dem Patienten zugute.
Durch das seit Anfang 2005 eingeführte Festzuschusssystem wird jetzt ein
Teil der Kosten einer implantatgetragenen Krone von den Krankenkassen übernommen.
Dieser Kostenzuschuss wird in der Höhe einer sonst eingegliederten Brücke
gewährt. Die Kosten für das Einsetzen eines einzelnen Implantats liegen
bei ca. 800-1000 Euro, sofern keine größeren z. B. durch Knochenschwund
verursachten chirurgischen Begleitleistungen erforderlich sind.