Implantate schaffen mehr Lebensqualität
Bissfest - ein Leben lang:
Ausgabe 03-2005 | Quelle: RuhrbogenWICKEDE. Ein lächeln sagt mehr als tausend Worte. Gepflegte und gesunde Zähne sind daher nicht nur wichtig, um essen zu können, sondern auch eine unverzichtbare Voraussetzung für unser sympathisches Erscheinungsbild.

Sind die Zähne beschädigt oder fehlen gar, fühlt man sich häufig unsicher und Ist gehemmt. - Damit niemandem das lachen vergehen muss, gibt es seit rund 40 Jahren Zahnimplantate. Leider wird die komplexe Wissenschaft der Zahnimplantologie in der normalen Ausbildung von Zahnärzten nur tangiert. Wer die Implantologie beherrschen will, muss sich weiterbilden. Dr. Clemens Frigge hat dies gemacht. An der Donau-Universität Krems hat der Wickeder Zahnarzt in einem dreijährigen berufsbegleitenden Studium den akademischen Grad "Master of Science" erworben, vergleichbar einem "Facharzt" in anderen medizinischen Bereichen. Damit Ist er jetzt Spezialist auf dem Gebiet der Implantologie. Nachstehend ein Interview mit Zahnarzt Dr. Clemens Frigge zum Thema "Implantologie":
Zahnimplantate gibt es bereits seit rund 40 Jahren.
Haben Sie zuvor noch gar nicht
mit dieser Form des Zahnersatzes gearbeitet?
Doch, ich implantiere bereits seit 1992, habe also mehr als zehnjährige Erfahrung
in diesem Bereich. Aber ich wollte mein praktisches Können einfach noch verfeinern
und auf wissenschaftliche Weise präzisieren.
Welche Vorteile hat ein Zahnimplantat gegenüber herkömmlichen Brücken
oder Prothesen?
Bei Brücken oder Prothesen wird die Lücke in der Zahnreihe nur durch
ein Zwischenglied geschlossen, das heißt, die Zahnwurzel wird nicht ersetzt.
Folglich bildet sich irgendwann der Kieferknochen zurück, da er nicht mehr
durch Kaudruck stimuliert wird. Die Prothese muss dann wieder korrigiert werden.
Das ist beim Implantat nicht der Fall, denn dieses übernimmt die Funktion
der Zahnwurzel.
Sozusagen eine natürliche Lösung?
Ja. Zahnimplantate kommen als Zahnersatz der Natur sehr nahe, sie bilden als Kieferknochen-Anker
ein stabiles Fundament für die dauerhafte Befestigung der Krone. Als künstliche
Zahnwurzel leiten die Implantate die Kaukräfte in den Knochen weiter, und
es kommt gar nicht erst zum Verlust des Knochengewebes.
Wie funktioniert ein Zahnimplantat?
Das ist im Grunde genommen ganz einfach. Das Implantat sieht aus wie eine kleine
Schraube, die in den Kiefer als Wurzelersatz eingesetzt wird. Da sie aus körperverträglichem
Titan besteht, kann sie vom Körpergewebe komplikationslos integriert werden.
Der Patient muss sich um allergische Abwehrreaktionen also gar keine Sorgen machen.
Nach sechs bis acht Wochen ist das Implantat im Knochen eingeheilt und fest eingebettet.
Es schmiegt sich an den Zahnfleischsaum an, ohne vom Weichgewebe bedeckt zu werden.
Der Zahnersatz kann im Anschluss an diese Frist in Form einer Krone, Brücke
oder Prothese ohne erneuten operativen Eingriff auf dem Implantat befestigt werden.
Und wie läuft die Behandlung ab? Ist sie schmerzhaft?

Nein,
der Patient spürt nichts. Der Kiefer wird ja zunächst örtlich betäubt
und dann an der Stelle freigelegt, an der das Implantat eingesetzt wird. Der Eingriff
ist also völlig schmerzfrei, man kann ihn mit der chirurgischen Zahnentfernung
vergleichen. Bis die künstliche Wurzel fest eingebettet ist, muss der Patient
regelmäßig zur Kontrolle in die Praxis kommen. Dabei wird beispielsweise
überprüft, wie das Implantat mit dem Kieferknochen verwächst. Bis
die
Krone aufgesetzt wird, erhält der Patient eine provisorische
Versorgung.
Kann jeder ein Zahnimplantat erhalten, oder gibt es bestimmte Voraussetzungen,
die der Patient erfüllen muss?
Ganz wichtig ist zunächst, dass das Körperwachstum abgeschlossen ist,
damit also auch der Kiefer ausgewachsen ist. Hinzu kommt, dass der Patient eine
einwandfreie Mundhygiene haben und über ein ausreichendes qualitatives Kieferknochenangebot
verfügen sollte. Natürlich muss auch die Wundheilung optimal funktionieren.
Weiterhin ist zu beachten, dass vor der Implantation eventuelle Zahnfleischerkrankungen
unbedingt behandelt und auskuriert werden müssen. Auch wer den die natürlichen
Zähne zuvor noch saniert.
Worauf müssen Patienten mit Implantaten achten?
Damit die Zahnimplantate jahrzehntelang sicher und bequem sitzen und einwandfrei
funktionieren, ist eine gewissenhafte Mundhygiene natürlich unabdingbar.
Es kann sonst zu Entzündungen kommen, die in schweren Fällen sogar den
Verlust des Implantats bedeuten können. Außerdem sind regelmäßige
Zahnarztbesuche zur Routinekontrolle wichtig.
Was kostet denn eine Zahnimplantation?
Das kann man so allgemein nicht sagen. Jede Implantation muss auf spezielle Erfordernisse
und den Einzelfall zugeschnitten sein. Es kann daher
nur ein persönlicher, individueller Behandlungsplan angefertigt werden, wobei
die chirurgische Behandlung wie auch die Zahnersatzlösung möglichst
aus einer kompetenten Hand erfolgen sollen. Zahnimplantate sind zwar mit größeren
Anfangsinvestitionen verbunden, auf lange Sicht aber kostengünstiger als
herkömmliche Lösungen.