Im Kiefer ein solides Fundament aus Titan
Vortrag über Zahnimplantate im Hotel "Zur Nordseite" / Beratung über Kosten und Methoden
17.10.2007 | Quelle: WestkurierOb durch Unfall, Karies oder Zahnfleischschwund - Zahnverlust kann jeden Menschen treffen. Vollwertigen Ersatz bieten seit rund 30 Jahren Zahnimplantate mit deren Hilfe sich Kronen, Brücken und auch Vollprothesen sicher im Mund befestigen lassen. Über diese Methode informierte unter dem Motto "Zahnimplantate - ein Stück mehr Lebensqualität" Dr. Klaus Petersen aus Hagen. Über 40 Zuhörer waren ins Hotel "Zur Nordseite" gekommen.
Von unserer Mitarbeiterin Ilse Okken
RITTERHUDE
Nach einem kurzen Abriss über die Geschichte seiner Praxis, die er mit seinem Sohn Benjamin und einem Mitarbeiterstab von 20 Personen
mittlerweile in dritter Generation betreibt, unterstrich der Dentist, wie wichtig die regelmäßige Prophylaxe sei. "Ein sauberer Zahn
wird niemals krank", so seine These.
Wenn infolge von Erkrankungen oder Unfällen dennoch Zahnersatz nötig sei, so sind für den erfahrenen Experten Zahnimplantate die
erste Wahl. Gegenüber Vollprothesen, die oft Druckstellen verursachen, als Fremdkörper im Mund empfunden werden und häufig sogar
das Sprechen und Essen erschweren, biete sie viele Vorteile so Petersen. Durch ihre sichere Verankerung im Kiefer funktionieren
sie wie eine künstliche Zahnwurzel, verhindern den Knochenabbau und bilden ein stabiles Fundament für den Zahnersatz.
Schlechter Halt und Druckstellen seien eine Seltenheit, Aussprache und Geschmacksempfinden würden nicht beeinträchtigt.
Auch das Beschleifen gesunder Nachbarzähne, wie früher bei Brücken erforderlich, sei nicht nötig.
Der Fachmann erklärte anhand von Bildmaterial, wie eine implantologische Behandlung abläuft. Nach einer ausführlichen Beratung und
Diagnostik wird unter örtlicher Betäubung ein passgenaues Loch in den Kieferknochen gebohrt. Dann setzt der Zahnarzt eine
wurzelförmige Titanschraube ein und vernäht die kleine Wunde. Je nach Situation wird darauf eine Einheilkappe oder ein
Provisorium getragen.
In den folgenden drei bis sechs Monaten verwächst das Implantat mit dem Kieferknochen und bildet so das Fundament für eine stabile
Verankerung des Zahnersatzes. Nach Abschluss der Einheilphase fügt der Zahnarzt ein Aufbauelement ein und setzt darauf die Krone.
Sollten zum Beispiel im Unterkiefer gar keine Zähne mehr vorhanden sein, rät der Referent zu vier Implantaten. Die Prothesen können
dann Stegen fixiert werden.
Chirurgische Eingriffe seien nötig, wenn beispielsweise im Oberkiefer erst ein Knochenaufbau entweder mit eigenem oder synthetischem
Knochenmaterial erfolgen müsse. Eine vorsichtige Anhebung der Kieferschleimhaut sei manchmal unumgänglich, damit die kleine
Titanschraube später genügend Halt habe und eine Infektion von Hohlräumen in der Kieferhähle verhindert werden könne.
Für die ästhetische Versorgung gesunder aber unansehnlicher Zähne riet Dr. Petersen zu hauchdünnen Keramikverblendschalen (Veneers),
die aufgeklebt werden. Dem Vortrag folgte eine Fragestunde, bei der sich Interessierte über Lebensdauer, Planung, Kosten und
individuelle Besonderheiten beraten lassen konnten.